Schaurestaurierung Rueland Frueauf der Ältere

Zwei Jahre lang hatten Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, im Zuge der größten Schaurestaurierung in der Geschichte des Belvedere vor Ort mitzuerleben, wie ein Meisterwerk untersucht, konserviert, restauriert und wissenschaftlich erforscht wurde.

Der Maler Rueland Frueauf d. Ä. (1440/45–1507) schuf für den Dom oder St. Peter in Salzburg um 1490 ein großes Altarwerk. Alle acht Flügelbilder des ehemaligen Altarensembles befinden sich heute in der Sammlung zur Kunst des Mittelalters im Belvedere, die eine der bedeutendsten im zentraleuropäischen Raum ist. Sie zeigen Szenen der Passion Christi und des Marienlebens. Die Schäden an den über 500 Jahre alten Gemälden sind vielfältig und reichen von Rissbildungen über Oberflächenverschmutzungen, gelockerte Malschichten, Blasenbildungen bis hin zu gealterten Kittungen, nachgedunkelten Farbergänzungen und einem stark gegilbten Firnis. Nun wird dieses Hauptwerk der Spätgotik für die erste umfangreiche Rueland Frueauf-Ausstellung, die im Herbst 2015 im Unteren Belvedere stattfindet, restauriert.

Dabei sollten einerseits die Sicherung und die Stabilität der Gemälde wiederhergestellt und andererseits auch der ästhetische Anspruch des Erscheinungsbildes dieses Meisterwerks wieder respektvoll zur Geltung gebracht werden. Mehr als zwei Jahre haben die Experten an den Werken vor Ort im Oberen Belvedere gearbeitet, an zwei Tagen in der Woche waren die Türen zur temporären Werkstatt im Oktogon geöffnet. Dabei konnten die Besucher die Arbeit der Restauratoren live und aus nächster Nähe miterleben und jederzeit den aktuellen Fortschritt ablesen.



Projektleitung:  Stefanie Jahn, Leitung Restaurierung Belvedere

Leitung der Restaurierung: Brigitte Futscher, Gemälderestauratorin